Eine kleine Ode an die Tageszeitung
August 21, 2009
Lebenselixier
Erst durch die morgendliche Zeitungslektüre, dreht sich die Welt weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt steht die Zeit still. Ein frisch aufgebrühter Kaffee und die heißesten Neuigkeiten bewirken Wunder. Das Rad des Lebens dreht sich wieder. Nach dem Körper erwacht nun auch der Geist und füllt den leblosen Leib mit Seele. Input aus der Umwelt strömt in die Black Box mit einem einzigen Ziel: Erhellung. Von „Aus“ auf „An“ – „stand by“ to „on“.
Der wohl schlimmste Moment im Leben eines Zeitungslesers mit Herz: Nach dem Aufstehen schlurft er wissbegierig in Richtung des Postkastens. Doch dann – keine Zeitung da. Das Leben bleibt stehen. Weder boulevardeske noch tiefgründige Lektüre zur Aufnahme. Dem zuständigen Postbote wird ein überhartes Stoßgebet entgegen geschleudert. Ein kleiner Tod – une petite mort – ist etwas anderes.
Endlich.. endlich.. endlich!!
April 23, 2009
..oder: Ein kleines Pamphlet an Johannes B. K.
(Ich hoffe, dass ich mich verbal in diesem Beitrag beherrschen kann – dann wird es eine Meisterleistung der Zurückhaltung)
Manch „kleine“ Nachricht kann einem das Leben schon erhellen. Johannes B. K. wird mit Ende des Jahres nicht mehr für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten arbeiten und wechselt zu SAT.1. Endlich! Endlich müssen „wir“ so jemanden nicht mehr mitfinanzieren. Jojo, berühmt und berüchtigt durch einen aalglatten Auftritt und die personifizierte Langeweile. Mehr Geld wollte er haben (sagen zumindest die Medien). Mehr Geld wofür? Für mehr Tortur?
Somit wird Sendezeit frei – Zeit die sinnvoll genutzt werden kann (muss?). Vielleicht mal mit einer tiefgründigen, politisch-gesellschaftlichen Diskussionsrunde (ich schlage Jörg Thadeusz als Moderator vor!)? Oder eine Widereinführung von Polylux im Öffentlichrechtlichen? Oder einen festen Sendetermin für Zapp? Ach so viel herrliche Ideen, doch was wirds werden? Bestimmte noch eine zusätzliche Talk-Runde zum vorhandenen Programm, nun mit Johannes B. K. dem II: Reinhold Beckmann. Da sag ich mit gutem Gewissen „Nein, Danke!“ und schalte das nächste Mal den Fernseher einfach aus.
(Dieser Beitrag basiert auf Meldungen der „Medien“, wenn diese Meldungen totaler Quatsch waren, distanziere ich mich gerne von meinem Geschriebenen. Meine Meinung aber, bleibt!)
Handball – brutal emotional.
Januar 27, 2009
Allein das Umschalten eines Fernsehsenders kann ermüden. Erst schaut man Handball. Weltmeisterschaft. Emotionen. Tore. Kampf. Spannung. Und dann Fußball. Langeweile. Schwalben. Herumgeschiebe. Gähn.
Nur wenige Parallelen bestehen zwischen diesen beiden Sportwelten. Eine davon ist und bleibt das miserable Niveau der Kommentatoren im deutschen Fernsehn. Ob es die öffentlichen oder die privaten Sender sind, zumeist wird der interessierte Zuschauer mit falschen Aussagen und stümperhaften Einschätzungen gequält. Dies also eine der wenigen Gemeinsamkeiten. Ansonsten biete die Sportart, bei der der Ball mit der Hand geführt wird, so viel mehr. Bei Teams, die sich auf Augenhöhe begegnen, geht es hin und her. Tor um Tor wird geworfen, spektakuläre Torwartparaden erzeugen Verzückung und es geht heiß her. Ich kann nicht auf diese Platetüde verzichten: Handball ist noch ein Sport für richtige Männer. Da wird geschlagen, geschoben, getreten, es gibt verstecktes Halten (gerne am Kreis) und oft sieht man manch zerschlissenes Trikot an den Spielern hängen. Natürlich sind die meisten der aufgezählten Aktionen nicht erlaubt, aber sie gehören dazu. Wer beim Handball anfangen würde, sich absichtlich fallen zu lassen, würde gar nicht mehr vom harten Hallenboden aufstehen. Beim Fußball hingegen fällt man weich – auf Rasen. Auch ein Grund für die unendlichen Schwalben? Mich durchstößt schon beinahe Ekel, wenn ich sehe, wie ein Fußballer nach der leichtesten Berührung abhebt, um nach einem doppelten Rittberger angenehm auf dem Grün zu landen. Für „Fouls“, nach denen im Handball das Spiel weiter laufen würde, kann im Fußball ein Spieler gerne mal zum verfrühten Duschen geschickt werden. Am peinlichsten dabei: Diese Handlungen werden von mehreren Millionen Personen vor der Mattscheibe verfolgt. Dass die Fußball-“Profis“ jeden morgen noch entspannt in den Spiegel schauen können, liegt wohl vor allem an den Millionen, die sie auf ihrem Konto erblicken.
An diesem Punkt, dem lieben Geld, ergibt sich die nächste Differenzierung. Beim Handball geht es vordergründig um den Erfolg im Team. Der Zusammenhalt, der auf dem Parkett gezeigt wird, ist so in kaum einer anderen Sportart zu entdecken. Da wird gefightet bis zum Umfallen – und zwar für die Leistung! Dabei heißt es, auch in einer Negativserie eine Gemeinschaft zu repräsentieren, sich emotional hochzupushen. Beim Fußball hingegen ergeben sich Emotionen nur nach Toren. Dann werden die Kleidungsstücke vom Körper gerissen, die Oma gegrüßt, der Mitspieler geküsst oder ein Tänzchen vollführt. Doch eigentlich passiert das ganze nur zur Selbstdarstellung. Was zählt, ist der nächste Vertrag, die Statistik oder die Torprämie. Handball wird im Team gespielt – Fußball spielen 11 Einzelpersonen.
Schiedsrichter – das große Problem im Handball.
Die unterlegenen Mannschaft ist immer die betrogene, natürlich. Die Fehler werden immer wo anders gesucht, klar. Im Handball ergibt sich trotzdem das Problem, dass es nur wenige Referees auf Weltniveau gibt. Schaut man auf die Weltmeisterschaft 2009, so zeigen sich immer wieder Defizite bei der Spielleitung. Schieris sind sich uneins, übersehen deutliche technische Fehler oder haben einfach keine Linie in ihrem Spiel. Alles Dinge, die auch durch das Tempo im Spiel an sich entstehen. Trotzdem könnte durch eine weitere Professionalisierung nachgebessert werden. Hier, o weh, könnte auch der Handball-Sport noch etwas von den Kickern lernen. Auch dort sind die Unparteiischen nicht fehlerlos (wie auch?), die Akzeptanz ist aber eine höhere und ebenso die Ausbildung. In diesem Bereich wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob sich Handball als eine Form der sportlichen Betätigung auf Weltniveau etablieren kann.
Handball – für mich einfach brutal emotional und dadurch immer wieder ein überwältigendes Erlebnis.
Von wegen Mario Barth..
April 1, 2008
..der König des deutschen Comedys ist ein Deathkick-tretender Hamburger, den es aber inzwischen nach Berlin wohnlich verschlagen hat. Olli Schulz live zu erleben ist etwas ganz besonders. Umschreiben kann man den Auftritt mit einer Symbiose aus Musik (Singer-Songwriter bis Rock’n'Roll) und vielen witzigen Lebensweisheiten. Schade nur, dass das Zakk in Düsseldorf bestuhlt war, an diesem 31.03.2008.
Schon die „Vorband“, bestehend aus Gisbert zu Knyphausen und seiner Gitarre war ein atemberaubender Beginn in einen lustigen, bewegenden, berührenden und nebenbei auch überaus musikalischen Abend. Der Herr mit dem komischen Namen als Vorband passt sehr gut zu dem danach kommenden und auch beim Olli-Konzert freut man sich, wenn Gisbert noch einmal die Bühne betreten darf. Ein Singer-Songwriter wie ihn Deutschland lange nicht gesehen hat. Und dazu ein musikalisches Talent! Damit sind wir auch schon an einem der wenigen Kritikpunkte von Oliver Marc Schulz: Er ist kein Wunderboy an der Gitarre, er beherrscht sein Handwerk, aber auch nicht viel mehr. Das Schöne dabei: Es macht nichts, aber auch rein gar nichts! Falls er sich verspielt, vertuscht er dies immer wieder gut, mit einem Gag für zwischendurch. Das Publikum wird mit in seine Show einbezogen, kaum jemand kann aufstehen ohne direkt von Olli angesprochen zu werden, seine Gags über alle Größen aus Rock & Roll (so zum Beispiel über Neil Youngs sehr schlechten Solo-Akustik-Auftritt) aber natürlich auch seine herzerwärmenden Lieder runden einen wunderschönen Abend ab, der eigentlich nie zu Ende gehen sollte.
Abschließend solltet ihr euch schon mal alle den Sommerhit 2008 einprägen: Bibo wird kommen und er wird uns alle holen!