Nun beschweren sie sich schon, dass sich die Raucher über das Rauchverbot beschweren. Zu meckern gibt es wirklich genug heutzutage, also beschwer ich mich jetzt mal darüber, dass sich die Anti-Raucher über die beschwerenden Raucher beschweren.

Ich kann sie gut verstehen, die Leute, die gerne mal genüsslich zum Glimmstängel greifen. Selber habe ich es vor zwei Jahren aufgegeben. Somit muss ich es nun nicht mehr miterleben, wie aus dieser Gruppe Mensch eine ethnische Minderheit gemacht wird. Eingesperrt in gelbe Linien (Bahnhof), ein kleines Hinterzimmerchen (Kneipe) oder zusammengepfercht unter einer Abzugsglocke stehen sie da und fühlen sich wie der ausgegrenzte Abschaum der Gesellschaft. Da würde ich mich auch beschweren! Dieser ehemals grundsolide Anteil der Bevölkerung, jetzt nur noch eine Randnotiz der Kulturgeschichte?

Doch am allerliebsten sind mir die selbsternannten „Partyraucher“. Am helligten Tage beschweren sie sich lauthals, wenn zehn Meter weiter eine Zigarette angezündet wird, doch wenn es dunkel wird und vor allem der Alkohol in Massen fließt, dann ist es schon bald so weit. In diesen Stunden, an die sich der Partyraucher im Nachhinein natürlich nicht mehr erinnern kann, wird eine Fluppe nach der nächsten geschnorrt und skrupellos hinfort gepafft („Nee.. auf Lunge rauchen ist doch gesundheitsschädlich!“). Aha! Meine Meinung? Eine Partyraucher-Steuer, um damit die Tabaksteuer für die Raucher auszugleichen. Denn all die geschnorrten Zigaretten müssen auch bezahlt werden.

Irgendwie erinnert mich das alles ein wenig an meine letzten Jahre der Schulzeit. Dort kam die Landesregierung in Niedersachsen auf die glorreiche Idee, allen Schülern, Lehrern und Angestellten der Schule das Rauchen auf dem Schulgelände zu verbieten. Wahrlich eines der schwerwiegendsten Probleme unserer Zeit. Vor allem bei all den Schülern, die alt genug sind, selber zu entscheiden, was sie tun oder lassen. Das Ergebnis dieses Verbotes war bei unserer Schule folgendes: Die gesammelte Raucherschaft fand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein – vor einem Kindergarten.

Von wegen Mario Barth..

April 1, 2008

..der König des deutschen Comedys ist ein Deathkick-tretender Hamburger, den es aber inzwischen nach Berlin wohnlich verschlagen hat. Olli Schulz live zu erleben ist etwas ganz besonders. Umschreiben kann man den Auftritt mit einer Symbiose aus Musik (Singer-Songwriter bis Rock’n'Roll) und vielen witzigen Lebensweisheiten. Schade nur, dass das Zakk in Düsseldorf bestuhlt war, an diesem 31.03.2008.

Schon die „Vorband“, bestehend aus Gisbert zu Knyphausen und seiner Gitarre war ein atemberaubender Beginn in einen lustigen, bewegenden, berührenden und nebenbei auch überaus musikalischen Abend. Der Herr mit dem komischen Namen als Vorband passt sehr gut zu dem danach kommenden und auch beim Olli-Konzert freut man sich, wenn Gisbert noch einmal die Bühne betreten darf. Ein Singer-Songwriter wie ihn Deutschland lange nicht gesehen hat. Und dazu ein musikalisches Talent! Damit sind wir auch schon an einem der wenigen Kritikpunkte von Oliver Marc Schulz: Er ist kein Wunderboy an der Gitarre, er beherrscht sein Handwerk, aber auch nicht viel mehr. Das Schöne dabei: Es macht nichts, aber auch rein gar nichts! Falls er sich verspielt, vertuscht er dies immer wieder gut, mit einem Gag für zwischendurch. Das Publikum wird mit in seine Show einbezogen, kaum jemand kann aufstehen ohne direkt von Olli angesprochen zu werden, seine Gags über alle Größen aus Rock & Roll (so zum Beispiel über Neil Youngs sehr schlechten Solo-Akustik-Auftritt) aber natürlich auch seine herzerwärmenden Lieder runden einen wunderschönen Abend ab, der eigentlich nie zu Ende gehen sollte.

Abschließend solltet ihr euch schon mal alle den Sommerhit 2008 einprägen: Bibo wird kommen und er wird uns alle holen!