Es war so, wie man es sich vorstellt. Niveaulos, skrupellos, unterkühlt, einfach eine unangenehme Situation. Nach nur einer Woche war für mich Schluss- aus eigenen Stücken habe ich mich gegen ein weiteres Engagement entschieden.

Neben der psychischen Belastung gibt es aber noch unendlich andere Argumente, die gegen das Erfüllen der vollen fünf Wochen Hospitanz sprechen. Aus wissenschaftlichen Gesichtspunkten habe ich kein Lernziel, geschweige denn Lernerfolg gefunden. Auch die Aussicht darauf war nicht vorhanden. Es gab keine Themen, die mich auch nur annähernd interessiert hätten. Vor allem bezogen auf meinen politikwissenschaftlichen Studiengang thematisch eine Sackgasse. Schon nach so einer geringen Zeit hatte ich das Gefühl am Ende dieser Gasse angekommen zu sein- ohne jegliche Chance umkehren zu können. Auch der andauernde Hinweis, ich sollte doch eine “Geschichte” schreiben, konnte mir nicht weiterhelfen. Denn Big Brother, Verona Pooth oder der Versuch bestimmte Personen zu diffamieren ist kein Bereich, in dem ich journalistisch aktiv werden möchte.

Zwei mal hatte ich trotzdem die Möglichkeit einer Veröffentlichung. Bei der ersten war eine Straßenumfrage vorausgegangen. Aus journalistischen sowie empirischen Gesichtspunkten einfach lächerlich. Jedes seriöse und ernst zunehmende Medium würde sich niemals einer solchen Methodik bedienen. Natürlich war diese Umfrage, wie man es erwartet, mit der nötigen Portion Manipulation versehen. Nachdem man vier Mal die gleiche Antwort erhalten hatte, wurde die Fragestellung so umgestellt, dass gegenteilige Antworten gegeben wurden. Immer unter dem Gesichtspunkt, unterschiedliche Reaktionen vorweisen zu müssen. Für die journalistische Objektivität ein Schlag ins Gesicht.

Der zweite publizierte Artikel ist als versteckte Werbung für eine Baufirma nicht erwähnenswert. Einzig, dass der Chef des Betriebs die mit Abstand am sympathischste Person in dieser Woche gewesen ist. Die letzte Zeit verbrachte ich am Lesertelefon. Dort durfte ich mir, wie sollte man es auch anders erwarten, rechtsradikale Parolen unterschiedlicher Personen anhören. Dazu kamen noch eine Hand voll Leute, die sich nicht anders zu behelfen wussten, als diese Nummer zu wählen und ihr Leid zu klagen.

Letztendlich habe ich genau das erlebt, was ich erwartet hatte. Nur war mir vorher nicht bewusst gewesen, wie sehr mich dieser Umstand persönlich treffen würde. Nun kann ich mich wieder den Dingen widmen, die mir persönlich wirklich wichtig sind.

Einmal diese ZEITUNG und nie wieder!

3 Antworten zu “Eine Woche.. und nie wieder!”

  1. chris sagte:

    Ich denke, die Erfahrung war es auf jeden Fall wert, jetzt kennst du die Gegenseite.

    Und mal davon abgesehen, der Name der Zeitung und dein Name in einem Satz wollten sich noch nie so recht in meinem Kopf verfestigen :)

    Weiter so!

  2. Andrea sagte:

    Nun hast du dir deine Meinung wirklich ge-bild-et u. bist um eine Erfahrung reicher.

    Ich wünsche dir als nächstes ein positives Erlebnis!

    deine Mama

  3. frank sagte:

    Wer a sagt, der muss nicht b sagen. Er kann erkennen, dass a falsch war.(Der Jasager. Der Neinsager.) von Berthold Brecht
    In diesem Sinne, passend zu deiner Erfahrung.
    Mach weiter so
    frank

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