Das Geschrei war groß. Im Endeffekt musste sich selbstverständlich jeder zu diesem Thema äußern. Angefangen damit hatte Roland Koch. Er brachte das Thema der Jugendkriminalität auf die Agenda zum Landtagswahlkampf 2008 in Hessen. Und so wie es unsere Medienlandschaft erwartet, mussten natürlich alle anderen Parteien Stellung beziehen. Von der Opposition gab es grundlegende Ablehnung gegenüber Kochs Vorgehensweise. Ich möchte auch nicht noch einmal auf die Thematik eingehen, mir ist nur folgendes aufgefallen, beziehungsweise nicht aufgefallen: Wo in dieser gesamten Diskussion war Frau Ursula von der Leyen? Wo war unsere Ministerin für Familie und Jugend? Diejenige Ministerin, die sich im Grunde als Erste hätte hinter die Jugendlichen stellen müssen. Diejenige, die diese Jugendlichen vor den Angriffen von Herrn Koch hätte schützen müssen. Diejenige, die in diesem Moment sinnvolle (!!) Konzepte hätte ausarbeiten müssen. In solch einem Zusammenhang bin ich wirklich enttäuscht von ihr als Bundesministerin. Wofür werden denn solche Ämter eingerichtet, wenn die Minister ihrer Arbeit nicht nachgehen? Mir stellt sich nachstehende Frage: Warum hat sie sich nicht geäußert? Entweder muss diese Frau vollends inkompetent sein (was ich ihr erstmal nicht vorwerfen möchte) oder aber sie wird innerhalb der Partei zurückgehalten. Ihr wird nahegelegt: „Ursel, du musst die Partei unterstützen. Es geht um den Wahlkampf, da hast du nicht gegen zu reden.“ Aufgrund von Machtgeilheit wird hier auf das Wohl der Jugendlichen verzichtet, das finde ich, gelinde gesagt, eine riesige Schweinerei.

Eine Antwort zu “Vielen Dank, Frau Bundesministerin!”

  1. frank sagte

    danke für den gedankenanstoss, dass positionen nicht nur zu besetzen sondern auch wahrzunehemen sind.
    frank

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