Das Geschrei war groß. Im Endeffekt musste sich selbstverständlich jeder zu diesem Thema äußern. Angefangen damit hatte Roland Koch. Er brachte das Thema der Jugendkriminalität auf die Agenda zum Landtagswahlkampf 2008 in Hessen. Und so wie es unsere Medienlandschaft erwartet, mussten natürlich alle anderen Parteien Stellung beziehen. Von der Opposition gab es grundlegende Ablehnung gegenüber Kochs Vorgehensweise. Ich möchte auch nicht noch einmal auf die Thematik eingehen, mir ist nur folgendes aufgefallen, beziehungsweise nicht aufgefallen: Wo in dieser gesamten Diskussion war Frau Ursula von der Leyen? Wo war unsere Ministerin für Familie und Jugend? Diejenige Ministerin, die sich im Grunde als Erste hätte hinter die Jugendlichen stellen müssen. Diejenige, die diese Jugendlichen vor den Angriffen von Herrn Koch hätte schützen müssen. Diejenige, die in diesem Moment sinnvolle (!!) Konzepte hätte ausarbeiten müssen. In solch einem Zusammenhang bin ich wirklich enttäuscht von ihr als Bundesministerin. Wofür werden denn solche Ämter eingerichtet, wenn die Minister ihrer Arbeit nicht nachgehen? Mir stellt sich nachstehende Frage: Warum hat sie sich nicht geäußert? Entweder muss diese Frau vollends inkompetent sein (was ich ihr erstmal nicht vorwerfen möchte) oder aber sie wird innerhalb der Partei zurückgehalten. Ihr wird nahegelegt: „Ursel, du musst die Partei unterstützen. Es geht um den Wahlkampf, da hast du nicht gegen zu reden.“ Aufgrund von Machtgeilheit wird hier auf das Wohl der Jugendlichen verzichtet, das finde ich, gelinde gesagt, eine riesige Schweinerei.

Be voted!

Februar 1, 2008

Stimmenabgabe

Ein allgemein komisches Gefühl. Das erste Mal „aufgestellt“ zu sein. Auch wenn es nur die Wahlen zum Fachschaftsrat Sozialwissenschaften waren, Spannung war da. Auch Wahlwerbung unsererseits am Campus hat es gegeben. Inklusive Wählergesprächen, Überzeugungsversuchen (natürlich nur legitimer Art) und obligatorischem Kaffee, Glühwein und Werbezetteln.

Dabei ist es schön, dass solche kleinen Aktionen schon eine Auswirkung haben können. Im Endeffekt war ich schon sehr überrascht von dem Wahlergebnis. Obwohl ich nun gerade mal ein halbes Jahr dabei bin, habe ich den zweiten Platz (von insgesamt 23) erreicht. Nun bin ich also gewähltes Mitglied des Fachschaftsrates Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg- Essen. Mit mir sind wir insgesamt 15, die dieses Amt bekleiden. Wir sind also das Team, was im kommenden Jahr die Interessen der Studierenden vertreten soll.

Es gibt einige Sachen, die mir dabei vor allem am Herzen liegen. Zum einen ist da die Zeitung unserer Fachschaft – die SoWiSo (Sozialwissenschaftliche Sonntagszeitung). Damit soll vor allem die Transparenz gefördert werden. Jeder Student soll die Möglichkeit haben, zu erfahren, was Uni- intern so vor sich geht. Denn es fällt schon auf, dass viele gar nicht wissen, was wie wo und vor allem warum geschieht. Natürlich braucht es dabei auch immer ein gewisses Eigenengagement der Studierenden.

Natürlich soll auch die bisherige erfolgreiche Gremienarbeit unserer Fachschaft und die Vertretung in unterschiedlichsten Bereichen fortgesetzt werden. Denn wir sind der erweiterte Arm unserer Studenten. Dabei werden wir immer versuchen, möglichst breit gefächerte Interessen zu vertreten. An diesem Punkt kann man auch mit dem nächsten Ziel anknüpfen: Beratung der Studenten soll auch von unserer Seite aus erfolgen. Wir sind alle aktive Studenten, die schon vieles an der Uni miterlebt haben und eigentlich zu allen Problemen einen Lösungsansatz oder aber auch eine direkte Lösung parat haben.

Natürlich möchte ich mich hiermit auch nochmal bei allen Studierenden bedanken, die den Weg zur Wahlurne gefunden haben. 5,4% Wahlbeteiligung ist zwar nicht überwältigend, aber immerhin schon ein großer Fortschritt zu den letztjährigen unter 1%. Auch das wird ein weiteres Ziel der nächsten Legislaturperiode sein: Noch größere Mobilisierung von möglichst vielen Studenten.

Euch allen eine möglichst erfolgreiche Klausur- Zeit und vor allem schöne Semesterferien,

JOIS