Immer diese Nichtraucher!
April 7, 2008
Nun beschweren sie sich schon, dass sich die Raucher über das Rauchverbot beschweren. Zu meckern gibt es wirklich genug heutzutage, also beschwer ich mich jetzt mal darüber, dass sich die Anti-Raucher über die beschwerenden Raucher beschweren.
Ich kann sie gut verstehen, die Leute, die gerne mal genüsslich zum Glimmstängel greifen. Selber habe ich es vor zwei Jahren aufgegeben. Somit muss ich es nun nicht mehr miterleben, wie aus dieser Gruppe Mensch eine ethnische Minderheit gemacht wird. Eingesperrt in gelbe Linien (Bahnhof), ein kleines Hinterzimmerchen (Kneipe) oder zusammengepfercht unter einer Abzugsglocke stehen sie da und fühlen sich wie der ausgegrenzte Abschaum der Gesellschaft. Da würde ich mich auch beschweren! Dieser ehemals grundsolide Anteil der Bevölkerung, jetzt nur noch eine Randnotiz der Kulturgeschichte?
Doch am allerliebsten sind mir die selbsternannten „Partyraucher“. Am helligten Tage beschweren sie sich lauthals, wenn zehn Meter weiter eine Zigarette angezündet wird, doch wenn es dunkel wird und vor allem der Alkohol in Massen fließt, dann ist es schon bald so weit. In diesen Stunden, an die sich der Partyraucher im Nachhinein natürlich nicht mehr erinnern kann, wird eine Fluppe nach der nächsten geschnorrt und skrupellos hinfort gepafft („Nee.. auf Lunge rauchen ist doch gesundheitsschädlich!“). Aha! Meine Meinung? Eine Partyraucher-Steuer, um damit die Tabaksteuer für die Raucher auszugleichen. Denn all die geschnorrten Zigaretten müssen auch bezahlt werden.
Irgendwie erinnert mich das alles ein wenig an meine letzten Jahre der Schulzeit. Dort kam die Landesregierung in Niedersachsen auf die glorreiche Idee, allen Schülern, Lehrern und Angestellten der Schule das Rauchen auf dem Schulgelände zu verbieten. Wahrlich eines der schwerwiegendsten Probleme unserer Zeit. Vor allem bei all den Schülern, die alt genug sind, selber zu entscheiden, was sie tun oder lassen. Das Ergebnis dieses Verbotes war bei unserer Schule folgendes: Die gesammelte Raucherschaft fand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein – vor einem Kindergarten.
Von wegen Mario Barth..
April 1, 2008
..der König des deutschen Comedys ist ein Deathkick-tretender Hamburger, den es aber inzwischen nach Berlin wohnlich verschlagen hat. Olli Schulz live zu erleben ist etwas ganz besonders. Umschreiben kann man den Auftritt mit einer Symbiose aus Musik (Singer-Songwriter bis Rock’n'Roll) und vielen witzigen Lebensweisheiten. Schade nur, dass das Zakk in Düsseldorf bestuhlt war, an diesem 31.03.2008.
Schon die “Vorband”, bestehend aus Gisbert zu Knyphausen und seiner Gitarre war ein atemberaubender Beginn in einen lustigen, bewegenden, berührenden und nebenbei auch überaus musikalischen Abend. Der Herr mit dem komischen Namen als Vorband passt sehr gut zu dem danach kommenden und auch beim Olli-Konzert freut man sich, wenn Gisbert noch einmal die Bühne betreten darf. Ein Singer-Songwriter wie ihn Deutschland lange nicht gesehen hat. Und dazu ein musikalisches Talent! Damit sind wir auch schon an einem der wenigen Kritikpunkte von Oliver Marc Schulz: Er ist kein Wunderboy an der Gitarre, er beherrscht sein Handwerk, aber auch nicht viel mehr. Das Schöne dabei: Es macht nichts, aber auch rein gar nichts! Falls er sich verspielt, vertuscht er dies immer wieder gut, mit einem Gag für zwischendurch. Das Publikum wird mit in seine Show einbezogen, kaum jemand kann aufstehen ohne direkt von Olli angesprochen zu werden, seine Gags über alle Größen aus Rock & Roll (so zum Beispiel über Neil Youngs sehr schlechten Solo-Akustik-Auftritt) aber natürlich auch seine herzerwärmenden Lieder runden einen wunderschönen Abend ab, der eigentlich nie zu Ende gehen sollte.
Abschließend solltet ihr euch schon mal alle den Sommerhit 2008 einprägen: Bibo wird kommen und er wird uns alle holen!
Das gallische NRW Semesterticket
März 21, 2008
Das NRW Semesterticket. Für viele Unis in unserem Lande bald eine Selbstverständlichkeit. Ob Bochum, Siegen, Düsseldorf oder Dortmund, bald geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch Nordrhein Westfalen. Ungefähr 35 Euro mehr müssen die Studenten der Unis dafür berappen. Ein annehmbarer Preis für vollkommene Freiheit. Mal eben von Düsseldorf nach Köln um den Erzfeind auszukundschaften oder zu sabotieren? Ab dem Sommersemester 2008 kein Problem mehr.
Doch natürlich.. Es gibt ein gallisches Dorf unter den Hochschulen. Unsere Universität zu Duisburg-Essen kann sich über einen „schönen“ AStA freuen und wehrte sich erfolgreich gegen die Einführung zum kommenden Semester. Komischerweise hat es hier nicht funktioniert, die vorhandenen Angebote der Verkehrsbetriebe aufzunehmen, an die Studenten weiterzugeben, abstimmen zu lassen und zu implementieren. Obwohl es natürlich kein schlechtes Wahlkampfthema gewesen wäre, oder?
Aber wollen wir ehrlich bleiben: Es gibt Lücken in unseren Informationssystem. Auch wir Gallier haben von diesem ominösen NRW Semesterticket mitbekommen. Und ach.. ich vergaß: Auch alle jetzigen Koalitionsmitglieder des AStA warben mit der Einführung dieser umfassenden Billets. Schade nur, dass die Abstimmung durch uns Studenten nicht in die Wege geleitet wurde. Noch nicht einmal auf der Tagesordnung war dieser Punkt bei der ersten Sitzung des Studierendenparlaments erschienen. Als die Opposition die Aufnahme des Themas beantragte wurde dies niedergestimmt (siehe Protokoll). Wunderlich? Bei weitem nicht. Der RCDS hat kein großes Interesse an der Anführung des Tickets- der Koalitionspartner (Jusos) wohl schon.
Nun gibt es einen widerwilligen Plan. Schon zum Wintersemester 2008/2009 könnten wir in den Genuss der grenzenlosen Bus- und Bahnnutzung kommen. Im Juni soll die Urabstimmung stattfinden. Was noch fehlt, ist ein klares Konzept. War dieser Aufschub im Endeffekt nur eine Hinhaltetaktik, um ein anderes Angebot der Verkehrsbetriebe zu bekommen? Wie sollte es anders sein: Das Wort „Solidarität“ stört den RCDS im aktuellen Angebot. So heißt es beim jetzigen Stand, entweder alle oder niemand bekommen das Ticket. Dadurch kann der Preis möglichst gering gehalten werden. Bei einem Buchungsmodell darf jeder selbst entscheiden, ob er das NRW Ticket bekommen möchte oder nicht. Prinzipiell ja nicht schlecht gedacht: Alle Vati-BMW-Fahrer könnten sich so die zusätzlichen Euros sparen, um sich ein weiteres Polohemd zu kaufen. Nur schade, dass der Preis des Tickets dadurch bestimmt nicht so gering gehalten werden könnte. Viele Studenten, die sowieso schon durch eine weite Anfahrt gebeutelt sind, müssten so doch tiefer in die Tasche greifen.
Erst verspäten und dann auch noch verteuern, nicht das erste Armutszeugnis in der noch jungen Regierungsphase unseres glorreichen AStAs. Ganz unter dem Thema: Solidarität- Nein danke!
Eine Woche.. und nie wieder!
März 4, 2008
Es war so, wie man es sich vorstellt. Niveaulos, skrupellos, unterkühlt, einfach eine unangenehme Situation. Nach nur einer Woche war für mich Schluss- aus eigenen Stücken habe ich mich gegen ein weiteres Engagement entschieden.
Neben der psychischen Belastung gibt es aber noch unendlich andere Argumente, die gegen das Erfüllen der vollen fünf Wochen Hospitanz sprechen. Aus wissenschaftlichen Gesichtspunkten habe ich kein Lernziel, geschweige denn Lernerfolg gefunden. Auch die Aussicht darauf war nicht vorhanden. Es gab keine Themen, die mich auch nur annähernd interessiert hätten. Vor allem bezogen auf meinen politikwissenschaftlichen Studiengang thematisch eine Sackgasse. Schon nach so einer geringen Zeit hatte ich das Gefühl am Ende dieser Gasse angekommen zu sein- ohne jegliche Chance umkehren zu können. Auch der andauernde Hinweis, ich sollte doch eine “Geschichte” schreiben, konnte mir nicht weiterhelfen. Denn Big Brother, Verona Pooth oder der Versuch bestimmte Personen zu diffamieren ist kein Bereich, in dem ich journalistisch aktiv werden möchte.
Zwei mal hatte ich trotzdem die Möglichkeit einer Veröffentlichung. Bei der ersten war eine Straßenumfrage vorausgegangen. Aus journalistischen sowie empirischen Gesichtspunkten einfach lächerlich. Jedes seriöse und ernst zunehmende Medium würde sich niemals einer solchen Methodik bedienen. Natürlich war diese Umfrage, wie man es erwartet, mit der nötigen Portion Manipulation versehen. Nachdem man vier Mal die gleiche Antwort erhalten hatte, wurde die Fragestellung so umgestellt, dass gegenteilige Antworten gegeben wurden. Immer unter dem Gesichtspunkt, unterschiedliche Reaktionen vorweisen zu müssen. Für die journalistische Objektivität ein Schlag ins Gesicht.
Der zweite publizierte Artikel ist als versteckte Werbung für eine Baufirma nicht erwähnenswert. Einzig, dass der Chef des Betriebs die mit Abstand am sympathischste Person in dieser Woche gewesen ist. Die letzte Zeit verbrachte ich am Lesertelefon. Dort durfte ich mir, wie sollte man es auch anders erwarten, rechtsradikale Parolen unterschiedlicher Personen anhören. Dazu kamen noch eine Hand voll Leute, die sich nicht anders zu behelfen wussten, als diese Nummer zu wählen und ihr Leid zu klagen.
Letztendlich habe ich genau das erlebt, was ich erwartet hatte. Nur war mir vorher nicht bewusst gewesen, wie sehr mich dieser Umstand persönlich treffen würde. Nun kann ich mich wieder den Dingen widmen, die mir persönlich wirklich wichtig sind.
Einmal diese ZEITUNG und nie wieder!
Vielen Dank, Frau Bundesministerin!
Februar 9, 2008
Das Geschrei war groß. Im Endeffekt musste sich selbstverständlich jeder zu diesem Thema äußern. Angefangen damit hatte Roland Koch. Er brachte das Thema der Jugendkriminalität auf die Agenda zum Landtagswahlkampf 2008 in Hessen. Und so wie es unsere Medienlandschaft erwartet, mussten natürlich alle anderen Parteien Stellung beziehen. Von der Opposition gab es grundlegende Ablehnung gegenüber Kochs Vorgehensweise. Ich möchte auch nicht noch einmal auf die Thematik eingehen, mir ist nur folgendes aufgefallen, beziehungsweise nicht aufgefallen: Wo in dieser gesamten Diskussion war Frau Ursula von der Leyen? Wo war unsere Ministerin für Familie und Jugend? Diejenige Ministerin, die sich im Grunde als Erste hätte hinter die Jugendlichen stellen müssen. Diejenige, die diese Jugendlichen vor den Angriffen von Herrn Koch hätte schützen müssen. Diejenige, die in diesem Moment sinnvolle (!!) Konzepte hätte ausarbeiten müssen. In solch einem Zusammenhang bin ich wirklich enttäuscht von ihr als Bundesministerin. Wofür werden denn solche Ämter eingerichtet, wenn die Minister ihrer Arbeit nicht nachgehen? Mir stellt sich nachstehende Frage: Warum hat sie sich nicht geäußert? Entweder muss diese Frau vollends inkompetent sein (was ich ihr erstmal nicht vorwerfen möchte) oder aber sie wird innerhalb der Partei zurückgehalten. Ihr wird nahegelegt: „Ursel, du musst die Partei unterstützen. Es geht um den Wahlkampf, da hast du nicht gegen zu reden.“ Aufgrund von Machtgeilheit wird hier auf das Wohl der Jugendlichen verzichtet, das finde ich, gelinde gesagt, eine riesige Schweinerei.
Be voted!
Februar 1, 2008
Ein allgemein komisches Gefühl. Das erste Mal “aufgestellt” zu sein. Auch wenn es nur die Wahlen zum Fachschaftsrat Sozialwissenschaften waren, Spannung war da. Auch Wahlwerbung unsererseits am Campus hat es gegeben. Inklusive Wählergesprächen, Überzeugungsversuchen (natürlich nur legitimer Art) und obligatorischem Kaffee, Glühwein und Werbezetteln.
Dabei ist es schön, dass solche kleinen Aktionen schon eine Auswirkung haben können. Im Endeffekt war ich schon sehr überrascht von dem Wahlergebnis. Obwohl ich nun gerade mal ein halbes Jahr dabei bin, habe ich den zweiten Platz (von insgesamt 23) erreicht. Nun bin ich also gewähltes Mitglied des Fachschaftsrates Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg- Essen. Mit mir sind wir insgesamt 15, die dieses Amt bekleiden. Wir sind also das Team, was im kommenden Jahr die Interessen der Studierenden vertreten soll.
Es gibt einige Sachen, die mir dabei vor allem am Herzen liegen. Zum einen ist da die Zeitung unserer Fachschaft - die SoWiSo (Sozialwissenschaftliche Sonntagszeitung). Damit soll vor allem die Transparenz gefördert werden. Jeder Student soll die Möglichkeit haben, zu erfahren, was Uni- intern so vor sich geht. Denn es fällt schon auf, dass viele gar nicht wissen, was wie wo und vor allem warum geschieht. Natürlich braucht es dabei auch immer ein gewisses Eigenengagement der Studierenden.
Natürlich soll auch die bisherige erfolgreiche Gremienarbeit unserer Fachschaft und die Vertretung in unterschiedlichsten Bereichen fortgesetzt werden. Denn wir sind der erweiterte Arm unserer Studenten. Dabei werden wir immer versuchen, möglichst breit gefächerte Interessen zu vertreten. An diesem Punkt kann man auch mit dem nächsten Ziel anknüpfen: Beratung der Studenten soll auch von unserer Seite aus erfolgen. Wir sind alle aktive Studenten, die schon vieles an der Uni miterlebt haben und eigentlich zu allen Problemen einen Lösungsansatz oder aber auch eine direkte Lösung parat haben.
Natürlich möchte ich mich hiermit auch nochmal bei allen Studierenden bedanken, die den Weg zur Wahlurne gefunden haben. 5,4% Wahlbeteiligung ist zwar nicht überwältigend, aber immerhin schon ein großer Fortschritt zu den letztjährigen unter 1%. Auch das wird ein weiteres Ziel der nächsten Legislaturperiode sein: Noch größere Mobilisierung von möglichst vielen Studenten.
Euch allen eine möglichst erfolgreiche Klausur- Zeit und vor allem schöne Semesterferien,
JOIS
Ist eine Flucht noch möglich?
Januar 29, 2008
Aufgrund der rasanten Entwicklungen unserer Welt stellt sich die in der Überschrift genannte Frage. Ich habe mich bis zum heutigen Tage gegen die Welt des Bloggens gewehrt. Doch irgendwann wird es jeden ergreifen. Vor allem bei all den Anforderungen, die man heutzutage erfährt. Die Sucht der Menschen sich mitzuteilen wird immer größer. Immer schwieriger wird es, die Fülle an Informationen zu filter. Was ist gut? Was kann ich für mich nutzen?
Wir werden immer mehr zu Phobikern der Stille. Irgendwas muss immer laufen. Und zumeist haben dies die Medien zu verantworten. Kaum jemand nimmt sich noch die Zeit, sich Zeit für nichts zu nehmen. Schnell denkt man sich, man würde Zeit verschwenden. Zeit wird immer kostbarer. Es gibt immer mehr Dinge, die man tun will. Oder auch muss. Die Welt besteht nur noch aus Dingen, die dem Menschen vorgeschrieben werden. Das Schlimme daran: Der Mensch lässt sich alles vorschreiben. Die Medien schreiben vor! Sie sagen, welche Musik die Masse hört, welche Bücher die Masse lesen oder was die Massen anzuziehen hat. Da ist es wirklich ein angenehmes Gefühl, wenn man sich bei den meisten Dingen nichts von den Medien vorschreiben lässt.
Bei den Blogs hat es die Masse aber auch mit mir geschafft. Nun habe ich auch einen. Bald wird er befüllt. Mit hoffentlich interessierenden gesellschaftlichen, politischen, kulturellen oder andersartigen Beiträgen. In diesem Sinne,
JOIS